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Zwei ansprechende Bände der neuen Imago-Reihe des Psychosozial-Verlags sind zu rezensieren. Der Band mit dem Untertitel »Bestandsaufnahme« gliedert, was bisher verstreut aus psychoanalytischem Munde zur Musik geschrieben wurde, in drei Perioden. Ein erster Abschnitt über die »triebpsychologische Periode 1910-1950« umfaßt sechs Arbeiten, die in der Musik das Dunkle des Unbewußten vernehmen. Von diesem Unbewußten wird, wie in der 1910 erschienenen Arbeit von Max Graf, dem Vater des Kleinen Hans und ein der Psychoanalyse nahestehender Musikwissenschaftler, ausgesagt: »Die Seele der großen Musiker wie aller anderen Künstler ist eine Kinderseele« (S. 41). Sterba untersucht die Bewegungslust, »wie sie im spezifischen musikalischen Erlebnis auftritt«, und findet, sie sei vorallem »kinästhetischer Art, narzißtisch und außerordentlich groß« (S. 98 f.). Diese Befunde werden teils an Notenbeispielen, teils aus (auto) biographischen Mitteilungen gewonnen. Charakteristisch für die psychoanalytische Weise des Umgangs mit der Musikerfahrung scheint mir freilich, und das empfinde ich als problematisch, ein durchgängiger Reduktionismus. Ein Beispiel: Sterba beendet seinen Beitrag mit dem Zitat aus einem Goethe-Brief an Zelter, in dem Goethe nach dem Anhören eines Bach-Werks davon spricht, es sei, »als wenn die ewige Harmonie sich mit sich selbst unterhielte, wie sich's etwa in Gottes Busen kurz vor der Weltschöpfung möchte zugetragen haben«. Das ist eine poetische, ins Kosmische ausgedehnte Grammatik der Schöpfung (G. Steiner, München 2001) — die Schaffung eines Kunstwerks ist Schöpfung, der Künstler auctor, der somit auch auctoritas beanspruchen kann. Sterba aber schließt miteiner Bemerkung, die das Poetisch-Künstlerische auf eine »frühinfantile kinästhetische Lust mit all ihrer magischen