You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Gemäß der kognitivistischen Theorie beruht der Autismus auf einer als Geistesblindheit (mindblindness) bezeichneten Störung, die in einer Unfähigkeit besteht, zu zutreffenden Aussagen über die Gedanken anderer zu gelangen. Ohne das Bestehen einer solchen Störung zu bestreiten, kann man aus psychoanalytischer Sicht bezweifeln, ob sie, wie die Kognitivisten es behaupten, ein isoliertes Phänomen darstellt. Donald Meltzer bringt den Autismus mit einem Ausbleiben projektiver Identifizierung in Zusammenhang. Weil sich Autisten niemals verfolgt gefühlt haben, kann es in der Folge nicht zu jener in der depressiven Position erreichten Differenzierung des Verhältnisses zum anderen kommen, die die Voraussetzung der von der kognitivistischen Psychologie geprüften Leistungen darstellen würde. Es wird im weiteren versucht, eine Brücke zwischen der Kleinschen Theorie (projektive Identifizierung als Folge der Ausstoßung eines dem Todestrieb zugeschriebenen inneren Fremden) und dem Dekonstruktivismus (Behauptung einer in jeglicher Selbstaffektion wirkenden Heterogenität) herzustellen.