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Immer, wenn ein leichter Wind Bäume zum Rauschen bringt und es sonst ganz still und der Himmel bleiern ist, entsteht die »Blow-up-Stimmung«, in der man eine Unruhe, eine unheimliche Bewegung in den Dingen spürt und an ihrer vertrauten Wahrnehmung zu zweifeln beginnt. Dies ist, fast 40 Jahre nach seiner Entstehung, die nachhaltige Wirkung des Films Blow up, dessen zentrales Thema das schwierige Verhältnis von Wahrnehmung und Wirklichkeit, Illusion und Realität ist. Sein Regisseur Michelangelo Antonioni selbst hat dazu gesagt, daß er in diesem Film die Natur der Realität in Frage stellen wolle, wobei die visuellen Aspekte des Films das Hauptthema illustrieren sollen: ob nämlich die wahre Bedeutung der Dinge überhaupt zu sehen seien (»to see or not to see the true value of the things«: zit. n. Chatman 1985, S. 152). Es geht also um etwas sehr Fundamentales: um die Frage danach, wie die Phänomene der Welt und des menschlichen Lebens verstanden und interpretiert werden können, und ob es jemals ein gesichertes Wissen über sie geben kann.
Die erzählte Zeit des Films sind 24 Stunden (ein Tag und eine Nacht) aus dem Leben des erfolgreichen Modephotographen Thomas, der durch Zufall in einem Park Zeuge eines Mordes wird, als er ein Liebespaar photographiert. Zunächst überzeugt davon, eine friedliche Szene mit seinem Apparat eingefangen zu haben, kommt er durch die vehementen Versuche der Frau, ihm den Film zu entwenden, darauf, den Film zu entwickeln und die Bilder zu vergrößern, bis er die Leiche des Mannes im Hintergrund des Parks und den Mörder mit Pistole in den Zweigen eines Gebüsches undeutlich zu entdecken glaubt. Er kehrt in der Nacht noch einmal ohne seinen Apparat in den Park zurück, wo er den Toten findet. Zurück in seiner Wohnung, muß er feststellen, daß alle Negative und Photos (bis auf eines) gestohlen sind. Als er am nächsten Morgen die Leiche photographieren will, ist sie verschwunden. Beim Verlassen des Parks wird er Zeuge eines Tennisspiels, das eine Gruppe vo