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Die Entscheidung, eine Besprechung dieses Buches zu schreiben, resultiert aus einer Beunruhigung angesichts der Art und Weise, wie dem Druck auf die Psychoanalyse, ihre Wissenschaftlichkeit, Wirksamkeit und Effizienz unter Beweis zu stellen, innerhalb der Psychoanalyse begegnet wird. Die Nähe zu den Naturwissenschaften und deren Methoden wird gesucht und metatheo-retische (metapsychologische) Aussagen werden unter Verwendung der Konstrukte der Neurobiologie reformuliert. Das Jagdfieber angesichts des immer knapper werdenden Geldes sowie die Eingliederung der Psychoanalyse in das System der medizinischen Versorgung lassen es inzwischen wie eine Selbstverständlichkeit erscheinen, daß »die Psyche« im Rahmen der medizinischen Disziplinen ein Organ des Menschen unter anderen ist, das entweder ruhig seinen Dienst tut oder aber stört. Und das, wie jene anderen Organe auch, positiviert, als seiendes Ding gesetzt und formallogisch konzipiert werden muß, damit man anhand dieses Modells dann die Krankheits-modelle und Therapievorstellungen zu erläutern vermag. Der Schwerpunkt der Aufmerksamkeit (und das entspricht dem Schwerpunkt der Finanzierung: Cuiusregio, eius religio?) liegt auf der Klinik, und Theorie hat, insofern man sich ihr zuwendet, aus dieser Klinik heraus zu entstehen. Seit den ersten Anfängen vor über 100 Jahren ist dabei ein inzwischen immer komplexer und differenzierter gewordenes Gebäude entstanden — voller einander äußerlich widersprechender Theorien. Es wäre doch vielleicht an der Zeit, sich diesen Theorien selbst zuzuwenden, ihre äußere Widersprüchlichkeit ernst zu nehmen und diese einhundertjährige Arbeit hierdurch überhaupt erst wertzuschätzen; anstatt besinnungslos weiterzumachen wie bisher, sein Heil weiterhin unmittelbar in der Klinik zu suchen und hierfür den Verschleiß an veröffentlichten Kasuistiken fortzusetzen, der ohnehin schon ein ethisch bedenkliches Ausmaß angenommen hat.
Giegerichs Buch vermag hier, wenn auch nicht ohne Schwierigkeiten weniger