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Die Suche nach Neuem ist dem analytischen Prozeß ebenso abträglich wie die Angst davor. Neues ist Unbekanntes und setzt den Untergang von Altem voraus. Die Nähe zu Nicht-Wissen und zum Verlust gewohnten Wahrnehmens, Denkens, Wissens und Handelns läßt erahnen, welche problematischen Vorstellungen und Affekte seelische Veränderung hervorruft, wenn sie möglich wird. Der Begriff »Neubeginn« und die Frage, ob es Interventionen gibt, die einen Neubeginn begünstigen, werden erörtert. Die psychoanalytischen Bedingungen für seelische Veränderung erscheinen dort gegeben, wo der Analytiker detailliert, direkt in der Analysestunde nachvollziehbar und wiederholt beschreibt, wie seine Interpretation in diesem Moment gehört wurde oder wie der Patient von seinen eigenen mentalen Fähigkeiten Gebrauch macht. Dadurch kann der Patient fähig werden, sich mehr für die Funktions- und Arbeitsweise seiner eigenen Seele zu interessieren und diese zu beobachten. Der Moment des Kontakts mit Einsicht wird nicht selten als völliges Verlorensein erlebt, weshalb ein Schritt zurück zu Altem häufig ist. Die wiederkehrenden verletzlichen Augenblicke des traumatischen Wechsels von einer Position zur anderen werden mit Hilfe des Begriffs »Zäsur« und seiner mehrfachen Bedeutung beleuchtet.