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Obwohl speziell Freuds Aufsatz »Trauer und Melancholie« eine reichhaltige Diskussion beider Phänomene angeregt hat, stagniert die theoretische Diskussion dieser Begriffe seit langem. Der zweifelhafte Ausdruck »Trauerarbeit« wird gleichwohl nicht nur im klinischen Diskurs wie selbstverständlich verwandt, wobei meist unterstellt wird, diese Arbeit diene letztlich dem normalen Aufhören der Trauer. Demgegenüber wird chronischer, unaufhörlicher Trauer ein außerordentlich pathologisches Potential zugeschrieben. Zwischen diesen fatalen Alternativen wird aber der Sinn einer dritten Trauer verkannt, die uns weder auf Kosten der trauernden Erinnerung vom Anderen verabschieden noch auch in eine pathologische Verstrickung münden muß. Die folgenden Seiten suchen im kritischen Rückblick auf Freuds Entgegensetzung pathologischer und normaler Trauer ein anderes Denken des Abschieds vom Anderen zu legitimieren.