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Im folgenden soll der Leser mit einigen Neuerscheinungen vertraut gemacht werden, die in letzter Zeit entweder in englischer Fassung oder deutscher Übersetzung erschienen sind. Es dreht sich in allen Büchern um Fragen der Behandlungstechnik, die in unterschiedlichen Perspektiven und Abstraktionsniveaus angegangen werden. Ich werde zunächst den Leser mit den wesentlichsten Gedanken der einzelnen Autoren vertraut machen und am Schluß eine eigene Einschätzung geben.
Patrick Casement: Learning from our Mistakes. Beyond Dogma in Psychoanalysis and Psychotherapy. Hove (Brunner-Routledge) 2002. 150 S., € 15,99.
Casements Titel: »Von unseren Fehlern lernen — jenseits des Dogmas in Psychoanalyse und Psychotherapie« ist Programm. Im Zentrum der Aufsatzsammlung steht der Versuch, über das Mittel der »inneren Supervision« immer wieder die eigene Verstehens- und Deutungsweise selbstkritisch zu hinterfragen und sich dabei von vorgefertigten Ansichten zu lösen. Der Autor gehört der »independent group« der Britischen Psychoanalytischen Gesellschaft an. Er setzt hier die Reihe seiner Schriften fort, die mit On Learning from the Patient (, dt. ) begann, gefolgt von Further Learning from the Patient .
Für Casement ist das Potential der Psychoanalyse paradox. Es kann die Psyche zu größerer Spontaneität und Kreativität befreien. Es kann aber auch Einengung und Willfährigkeit befördern, denn die psychoanalytische Theorie bietet dem Analytiker vielerlei Mittel, alles mit allem zu verbinden und somit jede Ungereimtheit als Ausdruck der Abwehr des Patienten zu interpretieren. Dadurch läuft der Analytiker Gefahr, in manchmal subtiler Arroganz daran festzuhalten, daß er den Patienten besser verstehe als dieser sich selbst (S. 1ff.). Ist der Arbeitsstil des Analytikers »zu sicher«, dann kann dies zu einem Problem werden. Casement hingegen plädiert für eine Elastizität, in der auch der Patient den Analytiker korrigieren kann. Deutungen z. B. sollten angeboten, aber nicht verabreicht werden. Das he