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Anläßlich des hundertsten Geburtstags des Kindertherapeuten Bruno Bettelheim ist die Sekundärliteratur über sein Leben und Werk durch vier weitere Publikationen bereichert worden, die hier besprochen werden sollen.
Allen vier Veröffentlichungen ist eines gemeinsam: Sie scheinen Paul Roazens Monitum Rechnung tragen zu wollen, dem zufolge das originelle, herausfordernde und provokative Werk Bettelheims es verdiene, im Hinblick auf seine Stärken bewertet zu werden. So würdigt der Kulturhistoriker David James Fisher Bettelheim im Titelessay seines Bandes Psychoanalytische Kulturkritik und die Seele des Menschen. Essays über Bruno Bettelheim als bedeutenden öffentlichen Intellektuellen und psychoanalytischen Kulturkritiker, der seine streitbare Stimme zu so unterschiedlichen Themen wie der psychologischen Wirkung des Holocaust und der Konzentrationslager, Probleme zeitgenössischer Kindererziehung oder Entfremdung und Autonomie in der Massengesellschafterhob. In weiteren Essays widmet sich Fisher Bettelheims Beiträgen zum analytischen Verständnis von Faschismus und Antisemitismus, die er in vergleichender Perspektive mit den Arbeiten von E. Simmel, O. Fenichel, E.H. Erikson und R. Loewenstein diskutiert, und er reflektiert den Selbstmord Bettelheims als Überlebender der Konzentrationslager. Das Zentrum von Fishers Band bildet ein ausführliches letztes Gespräch, das er zwei Jahre vor dessen Tod mit Bettelheim geführt hat. Ausgehend von Fragen des Alters und des Freitods wendet sich Bettelheim darin einmal mehr der Erfahrung des Konzentrationslagers und den Schwierigkeiten zu, diese Grenzerfahrung anderen Menschen verständlich zu machen. Als Zeitzeuge erinnert er sich an die Wiener Psychoanalyse der 20er und 30er Jahre sowie an führende Vertreter wie O. Fenichel und R. Sterba oder an den Einfluß W. Reichs auf A. Freud. Fishers Essaysammlung beschließen zwei seiner Stellungnahmen gegenüber Bettelheims postumen Kritikern. Erstmals im Jahr 1990 veröffentlicht, rubrizierter sie