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Nicht erst seit Olympia 2004 in Athen wissen wir, daß ein Spagat, so elegant und anmutig er auch erscheinen mag, das Ergebnis einer jahrelangen erschöpfenden und harten Arbeitist. Wer den Kongreß im September 2002 in Frankfurt am Main zum Thema: »Pluralität der Wissenschaft. Psychoanalytische Methode zwischenklinischer, konzeptueller und empirischer Forschung«, aus dem dieses Buch hervorgegangen ist, besuchen konnte, bekam einen hautnahen Eindruck von dieser beträchtlichen Anstrengung. Denn den Veranstaltern und Herausgebern des vorliegenden Bandes ist eine bemerkenswerte international besetzte Forschungstagung gelungen, deren Spagat nicht nur namhafte Forscher aus Deutschland und anderen europäischen Ländern sowie Nord- und Südamerika miteinbezog, sondern auf der erstmalig die großen Kontrahenten am Forschungshimmel der gegenwärtigen Moderne, André Green aus Paris, Vertreter der hier noch immer wenig rezipierten »Französischen Schule« und des »klinischen Denkens« (la pensée clinique), sowie Peter Fonagay aus London, Bindungstheoretiker und -forscher, ihren Streit coram publico anschaulich, lebendig, scharf, aber sportlich fair austragen konnten. Mit seinem schlagenden, bonmotverdächtigen Argument, »being in love is not being attached«1, legte Green gleichsam den Finger in die Wunde der aktuellen psychoanalytischen Forschungspraxis innerhalb der community. Während er an der Redlichkeit seines analytischen Forscherkollegen Fonagay keinen Zweifel hegt, kritisierte er vehement, daß die am beobachtbaren Verhalten orientierte Säuglings- und Bindungsforschung nicht das konzeptualisieren und beforschen würde, was sie vorgebe zu tun: nämlich das Unbewußte. In dieser paradigmatisch polarisierten Kontroverse verdichten sich letztlich die zentrale Kernfragen, die auf diesem Kongreß auszuloten versucht wurden und die immer schon an ein Sakrileg rühren: Ist die Psychoanalyse eine Wissenschaft, hat sie ihr eigenes Theorieverständnis hinreichend reflektiert und kann das Unbewußte,