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Die Analyse des Briefs an die Terroristen vom 11. September soll helfen, den psychischen Zustand religiös motivierter Selbstmord-Attentäter zu verstehen. Anders als erwartet ist der Brief in einem feierlichen, gelassenen, sogar freudigen Ton gehalten, geprägt von Liebe zu Gott und einem starken Wunsch, Ihm zu gefallen. Die These der Autorin lautet, daß das unablässige Beschwören von Gebeten und Glaubensformeln unter Fokussierung der Aufmerksamkeit auf Gott zu einem depersonalisierten, tranceähnlichen psychischen Zustand führt, der die Terroristen befähigt, kompetent zufunktionieren, während sie in einer Art Verzückung zu Gott verweilen. Auf psychodynamischer Ebene soll das Thema der Vater-Sohn Liebe die ekstatische Willfährigkeit der Terroristen erklären, das zu tun, was sie als Gottes Wille ansehen, und sich Wandlungen von Haß (gegenüber »Gottes Feinden« als Projektionen ihrer selbst) in Liebe (zu Gott) und von durchdringender Unzufriedenheit und Angst zu einer festumschriebenen Gottesfurcht zu unterziehen. Homoerotische Bindung und Sehnsucht, verbunden mit der Abwehr von »Weiblichkeit«, erklären die Unfähigkeit, den mörderischen Urvater zu »töten«, wie es die mythologische Urhorde tat. Freuds Beschreibung der hypnotischen Liebe der Söhne (der Gruppenmitglieder) zu ihrem Vater als Anführer, die, wenn nicht erwidert, sich in masochistische Unterwerfung verkehrt, scheint relevant für das Verständnis der »Rückkehr« der Söhne zu einer archaischen, von Grausamkeit geprägten Vater-Imago. Abschließend wird »Regression« zum Vater verglichen mit klassischer Regression zur Mutter.