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Der Mythos vom Vampir beschreibt das gewaltsame traumatische Berauben von Lebenskraft eines Unschuldigen durch einen Mächtigen, der auf dessen Kosten lebt und gleichzeitig das Opfer in einen ebenso gewaltsamen Täter verwandelt. Die englische romantische Literatur des 19. Jahrhunderts hat sich des Stoffs angenommen, und es finden sich dort erstaunliche Parallelen zu Vorstellungen einer zeitgenössischen psychoanalytischen Traumatologie, die sich auf Ferenczi zurückführen läßt, der vom »Aussaugen der Lebendigkeit« in der traumatischen Beziehung spricht. Bollas erweitert den Gedanken zum Konzept der »extraktiven Introjektion«, und auch Vorstellungen der transgenerationalen Transmission traumatischer Erfahrung und der parentifizierenden Rollenumkehr lassen sich im Mythos und seiner literarischen Verarbeitung aufspüren.