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Der 11. September 2001 erschütterte die westliche Welt tief und forderteeine Reihe von Psychoanalytikern heraus, ihre gewohnte Zurückhaltung aufzugeben und einen Beitrag zu einer Allianz der Besonnenheit zu leisten. Sie organisierten — teils interdisziplinäre — Kongresse und Vortragsreihen zum Thema — unter anderem in New York, Londonund Köln. Viele der in vier Teilen untergliederten Beiträge dieses Bandes sind in solchen Kontexten entstanden. In ihrer Vielfalt ergeben sie einen reichen Fundus, der dem Leser hilft, die tödliche Spirale von Machtdemonstrationen und Ohnmachtserfahrungen, die derzeit die Weltpolitik zu beherrschen scheint, besser zu verstehen. Psychoanalytische, psychosoziale und psychohistorische Analysen der Bedingungen und Folgen von Krieg, Terror und Trauma sind das Themader 21 Beiträge, nicht zuletzt, um auch auf politischer Ebene Anstöße für zukunftsweisende Handlungsstrategien außerhalb dieser Spirale zu liefern. Wie dringend notwendig eine solche Rich-tungsänderung der Weltpolitik ist, wird uns täglich vor Augen geführt: Die beiden Kriege in Afghanistan und Irak mit Tausenden toter Zivilisten und die täglich eskalierenden Terroranschläge machen unmißverständlich deutlich, daß Amerikaner und Europäer genauso verletzlich sind wie Afghanen und Iraker und daß die militärische Unterwerfung von Staaten, indenenis-lamistische Terroristen vermutet werden, nicht zu deren Vernichtung oder gar Befriedung, sondern vielmehr zu ihrer Vermehrung und Radikalisierung führt. In diesem »Vierten Weltkrieg« (Baudrillard, von Ludwig Janus zitiert, S. 35) befindet sich die Welt. Nichts hat der vorliegende Sammelband mit wachsendem zeitlichen Abstand zum 11. September an Bedeutsamk eit verloren. Im Gegenteil: »Das Kostbarste, was unsere Kultur hervorgebracht hat, ist der Geist aufgeklärter Humanität, und er ist es auch, der zuallererst Schaden nimmt« (G. Jappe 2001). Indem viele der 24 Autoren in ihren Beiträgen grundlegende Reflexionsarbeit und Analyse auch unbewußte