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So lautet eine der unzähligen fürsorglichen Fragen, die Max Eitingon, im Verlauf der von 1906 bis 1939 mehr als dreißig Jahre andauernden Korrespondenz, an Sigmund Freud richtete. Sie steht in einem Brief vom 1. November 1919, bezieht sich also im Elend der unmittelbaren Nachkriegszeit auf ein All-tagsthema von seinerzeit existentieller Wichtigkeit. Zwar war Eitingon, 1881 in Rußland geboren, seit dem dreizehnten Lebensjahr in Leipzig aufgewachsen, tatsächlich der erste aus der Zürcher Burghölzli-Gruppe um Eugen Bleuler gewesen, der als junger Medizinstudent Freud im Januar 1907 in Wien aufsuchte, noch vor Karl Abraham und C.G. Jung; und er hatte den persönlichen Kontakt seither auch nie mehr abreißen lassen; nachdem er zur neurologischen Spezialausbildung an der Klinik von Hermann Oppenheim nach Berlin übergesiedelt war, absolvierte er während eines Wien-Aufenthalts im Oktober/November 1909 auf Spaziergängen sogar eine Art »Lehranalyse« mit Freud. Dennoch gewann die Beziehung zwischen den beiden erst in der Periode nach dem Ersten Weltkrieg ihre besondere Tönung und Intensität.
Vergegenwärtigen wir uns für einen Augenblick die damalige Situation. Freud war während des Krieges, infolge der Unterbrechung seiner internationalen Verbindungen und des Frontdienstes der meisten seiner engsten Mitarbeiter, in eine Isolation geraten, die ihn an die einsamen Entstehungsjahre der Psychoanalyse erinnerte. Gegen Kriegsende jedoch genoß seine Wissenschaft, dank ihrer Beiträge zu Theorie und Therapie der aktuellen Kriegsneurosen, auf einmal eine bis dahin nicht gekannte öffentlich-ärztliche Aufmerksamkeit, die Freud Morgenluft wittern ließ. Der Text, in welchem die fast euphorische Aufbruchsstimmung dieser kurzen Phase sich am deutlichsten widerspiegelt, ist »Wege der psychoanalytischen Therapie«, die Ansprache, welche Freud Ende September 1918 an den Fünften Internationalen Psychoanalytischen Kongreß in Budapest richtete. Neue behandlungstechnische Überlegungen Sándor Ferenczis