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Um es vorwegzunehmen: Die Bücher von Hermann Lang verdienen auch Jahre nach ihrem Erscheinen einen breiten Leserkreis. So läßt Das Gespräch als Therapie die kultur- und geisteswissenschaftlichen Wurzeln der Psychotherapie sichtbar werden und schildert ein umfassendes Konzept des psychotherapeutischen Gesprächs. Der anthropologische Begriff »der Begegnung« wird aus Sicht einer strukturalen Psychoanalyse neu beleuchtet. Dabei werden die hermeneutischen Aspekte der Psychotherapie hervorgehoben. Dies scheint in einer Zeit, in der kulturelle und psychosoziale Phänomene nicht nur mit neurobiologischen Vorgängen korreliert, sondern kausalmechanisch in diesen aufgelöst werden, besonders bemerkenswert. Karl Jaspers hatte bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts, nachdem die Hirnanatomie auch höhere psychische Funktionen in spezifischen Hirnarealen lokalisieren konnte, vor einer Überbewertung dieser Befunde gewarnt und von einer Hirnmythologie gesprochen. In diesem Horizont transzendiert Lang das frühe naturwissenschaftliche Selbstmißverständnis der Psychoanalyse und stellt in der Folge von Freud die Sprache in das Zentrum der analytischen Psychotherapie. Er erinnert daran, daß in dem Augenblick der Medizingeschichte, als Krankheit nur noch als apersonales, allein durch Naturgesetze erklärbares Geschehen erschien und die Medizin zur »stummen« Medizingeworden war, die Psychoanalyse entdeckte, daß es Krankheiten gibt, die »sprechen«.
Eine fundierte Freudinterpretation, die auch die philosophischen Wurzeln der Psychoanalyse beleuchtet, gipfelt, nach Darstellung der Beiträge von Jürgen Habermas und Alfred Lorenzer zu einer psychoanalytischen Hermeneutik, in Jacques Lacan, der die Sprache jenseits ihrer operationalen Verwendung in das Zentrum der Psychoanalyse stellte.
Nach der grundlegenden philosophischen und psychoanalytischen Beleuchtung der Sprache widmet sich Lang der Bedeutung der Biographie und setzt sich — neben traditionellen psychoanalytischen Theorien — mit den kommunikati