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Die Autorin unternimmt den Versuch einer theoretischen und methodischen Reflexion zur psychoanalytischen Filmrezeption und -interpretation. Methodisches Instrument für das Verständnis des Films ist ein modifizierter Übertragungsbegriff, dem zufolge die Interpretin — verglichen mit der psychoanalytischen Behandlungssituation — sich einerseits in der Rolle der Patientin befindet, die regressiv auf das Filmangebot überträgt, andererseits in der Rolle der Analytikerin ihrer selbst, die das Übertragungsgeschehen theoretisch erfaßt und anschließend an die Narration des Films zurückbindet. Die Beziehung zwischen Film und Interpretin versteht Mechthild Zeul als eine primäre Objektbeziehung mit oralen Erlebnisqualitäten, bei der Mund und Augen eine zentrale Rolle spielen. Anhand der Analyse von Facetten des Gesichts der Protagonistin im Film Die barfüßige Gräfin exemplifiziert die Autorin ihre Vorgehensweise.