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Kreativität ist, so die These des Autors, in dem intersubjektiv-systemischen Spannungsfeld von personaler Kreativität, Feld und Domäne verortet. Ohne Orientierung an den jeweiligen Kriterien des Feldes und Domäne kann sich weder personale noch kulturelle Kreativität (als gesellschaftliche relevante, anerkannte oder umstrittene Kreativität) entfalten. In seinen Untersuchungen zum Künstler beschäftigt sich Freud dagegen mit einem isolierten Individuum, einem Quasi-Neurotiker, der sich vom Neurotiker lediglich durch die Sublimierung seiner für ihn nicht realisierbaren Triebwünsche unterscheidet. Doch weder ist die Kategorie der Sublimierung ausreichend für das Verständnis künstlerischer Kreativität noch ist empirisch nachweisbar, daß sie eine notwendige Triebfeder derselben ist. Unter Bezugnahme auf die Arbeiten von Winnicott und Gedo wird gezeigt, daß für ein Verständnis künstlerischer Kreativität neben der Triebdimension die Strukur des Ichs bzw. Selbst sowie intersubjektiv-kulturelle Faktoren eine unentbehrliche Rolle spielen.