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Der Film ist ein Kammerspiel, spielt in einer Nacht an den Gestaden eines süd-amerikanischen Landes nach der Diktatur. Ein Ehepaar, beide waren im Widerstand, sie wurde verhaftet, schwieg, wurde gefoltert und schützte so ihren späteren Mann. Dieser, von Beruf Anwalt, soll den Vorsitz einer Kommission übernehmen, die die Morde, aber nicht andere von den Diktatoren begangene Verbrechen, z. B. Folter, aufarbeiten soll. Dies hört die Frau, das Abendessen vorbereitend, im Radio, überrascht und wütend. Eine stürmische, regnerische Nacht, während der die Stromversorgung zusammenbricht, erst gegen Morgen klart es auf. Ihr Mann hatte eine Panne und wird von einem Nachbarn gebracht, den die Frau zunächst an der Stimme und seinen Sprüchen, später an seiner Liebe für Der Tod und das Mädchen, Nietzsche und nicht zuletzt seinem Geruch als ihren Folterer erkennt oder zu erkennen glaubt — wie der Mann behauptet, der Ehemann und der Zuschauer bis zum Ende immer wieder annehmen, für möglich halten, bis schließlich das Geständnis am Rande der Klippe Klarheit schafft, von der die Frau ihn stürzen könnte, es nach dem Geständnis aber nicht tut. Von Rache- und Vergeltungswünschen, von Wahrheitssuche, Wahrheitsfindung handelt der Film, von dem, was Wahrheit umfaßt, von Möglichkeiten und Grenzen der Versöhnung nach staatlich organisiertem Verbrechen und Folter, eingefangen in der Psycho- und Soziodynamik der drei Personen (von dem Radio und zwei Anrufen abgesehen) mit wechselnden Identifikationen, Krisen, Konfliktlinien.
Nach Strozcan und Bayer ist das nur die Folie für ein Ehedrama mit einer Ehe, wo Haß, Leere und Unfruchtbarkeit dominieren. Sie lesen »die Gesamtsequenz […] als filmische Inszenierung fortschreitender Entsublimierung […] die in die Vorherrschaft des Tragischen führt, in der die Wiederholung des Traumas und eine basale Ausweglosigkeit den Konflikt und seine Verarbeitung ersetzt«.1
Diese Deutung beruht meines Erachtens auf einigen Fehldeutungen im Detail, insbesondere aber auf