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Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), reich an Phantasien, Träumen, Alpträumen, gruseligen Geisterge-schichten aus ihrer westfälischen Heimat, verknüpft mit einer hervorragen-den Beobachtungsgabe und gedrängt vom innerem Wunsch, dies alles darzustellen, eine Mitteilungsform zu finden, fand als Kind zunächst recht viel Anerkennung in ihrer familiären Umgebung. Als Jugendliche dichtete sie gern, musizierte, komponierte und zeichnete ebenso gut. Erst als deutlich wurde, wie sehr siedanachstrebte, mit ihrem Wissen, ihrer Begabung und ihren Darstellungskünsten ernst genommen zu werden, sich im Umgang mit Gleichaltrigen inder Großfamilie, blitzgescheit, ironisch, zynisch, mitunter witzig und humorvoll hervortat, lieber endlos diskutierte als sich still (das Erwartungsideal an Mädchen damals) zuverhalten, fühltesiesichrasch verletzt, abgelehnt und unverstanden. Sie entsprach nicht dem damaligen sanftmütigen Frauenbild — die Kunst gehörte in die Hand des Mannes —, Frauen durften sich literarisch allenfalls dilettantisch hervortun. Aus dieser in neren Zerrissenheit erlöste sieihre dichterische Begabung, die trotz dann heftig einsetzender Widerstände in der Adelsfamilie einen klugen und