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In diesem Aufsatz wird versucht, die Schöpfung der Psychoanalyse aus der Technik als ihrem methodischen Ursprung nachzuweisen und vor dem Hintergrund der griechischen techneé plausibel zu machen. Freud verwendet das Instrument der Technik von Anfang an zur Erforschung des unbewußten Schauplatzes der Psyche. Auf diesem Wege wurde es unumgänglich, sich vom naturwissenschaftlichen Experiment zu verabschieden und die Sprache als das wesentliche Handwerkszeug für die Seelenbehandlung einzuführen. Aus der technē-Tradition rehabilitiert er für die Psychoanalyse das in seinen Schriften weithin unbeachtet gebliebene »Erraten«, später auch das »Konstruieren«, und weistdamit die konjekturale Vernunft als die maßgebliche Form der Erkenntnis aus. Diese Auffassung der analytischen Methode macht es erst verständlich, weshalb der »Entwurf« von 1895 nicht gelingen konnte und die Technik als »via regia« in der Traumdeutung vorbildlich wurde. Die Brisanz seiner technischen Position kommt in der Definition der Psychoanalyse durch die IPA zum Ausdruck, in der, verglichen mit der Freudschen Beschreibung der Psychoanalyse von 1923, die Theorie einen trügerischen Vorrang erhielt. Diese Rochade — Theorie versus Technik — verweist darauf, wie sehr eine unsachgemäße, wissenschaftliche Rationalität die konjekturale Vernunft zum Nachteil der Psychoanalyse aus dem Felde geschlagen hat.