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Das Buch stellt ein interdisziplinäres Projekt von zwei sehr engagierten, um die theoretische Weiterentwicklung der Psychoanalyse bemühten Psychoanalytikern dar. Beatrice Beebe, die sich schon während ihres Studiums für die Beobachtung von Säuglingen mit ihren Müttern interessierte, bei Daniel Stern promovierte und heute eine weltbekannte Säuglingsforscherin ist, lernte Frank Lachmann Mitte der 1970er Jahre als Supervisor kennen. Die Behandlung ihres von ihm supervidierten Falles bildet den Inhalt des ersten Kapitels des vorliegenden Buches: »Der Fall Burton - damals und heute«. Die damalige Sichtweise von Konflikten und strukturellen Defiziten basierte auf einer Ein-Personen-Psychologie, fokussierte im Mahlerschen Theorierahmen überwiegend auf Prozesse der Loslösung und Individuation, begriff Beziehungsmuster als regressiv wiederbelebte symbiotische Mutter-Kind-Prozesse, ohne die Transformationen dieser Muster im weiteren Entwicklungsverlauf ausreichend konzeptualisieren zu können, konzentrierte sich auf verbale Narrative und Deutungen, ohne die ständig ablau-fenden nichtdeklarativen und nonverbalen Austauschprozesse zu berücksichtigen, und ging von einer unidirektionalen Beeinflussung aus, der des Therapeuten auf den Patienten. Der kontinuierliche Einfluß des Patienten auf seinen Therapeuten blieb außen vor. Die heutige Sichtweise der Autoren beruht hingegen auf einer nichtlinearen dynamischen Systemtheorie. Die folgenden acht Kapitel des Buches handeln davon, wie sich in ihrem Denken nach und nach der erkenntnistheoretische Zugang veränderte. Einen kräftigen Anschub erhielt dieses Denken von der Kleinkindforschung und hier insbesondere von Louis Sander, einem der Pioniere einer dynamisch systemtheoretischen Sicht der Mutter-Kind-Dyade. Weitere wichtige Theoriebestandteile sind die Erkenntnisse der neueren Gedächtnisforschung über nichtdeklarative und deklarative Gedächtnissysteme. Die neuen Konzepte über nonverbale und implizit prozedurale Vorgänge menschlicher I