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Die Psychoanalyse ist nicht das Eigentum einer bestimmten Berufsgruppe. Von allem Anfang an hat Freud die Öffentlichkeit gesucht. Die psychoanalytische Lehre hat sich zwar aus der Behandlung neurotisch Kranker entwickelt, aber sehr bald darüber hinaus an Bedeutung gewonnen. Die Traumlehre, Zur Psychopathologie des Alltagslebens, Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten sowie Totemund Tabu richten sich jenseits der Krankheitslehre an ein aufgeklärtes Publikum. Auch mit den Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse betrieb Freud etwas, was wir heute als »Öffentlichkeitsarbeit« bezeichnen würden. Didaktisch sind sie vorbildlich, und ihr Charme verführt dazu, immer wieder in ihnen zu lesen. Ihnen folgten 17 Jahre später die Neuen Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Der Vergleich der beiden Werke zeigt, welchen Wandel die Psychoanalyse in diesem kurzen Zeitabschnitt durchgemacht hat. Von seinen Schülern verlangte Freud zwar absolute Loyalität gegenüber seiner Lehre, er selbst war sich aber nicht zu gut, sie zu revidieren, sobald neue Parameter nicht mehr mit dem bestehenden theoretischen Konzept übereinstimmten.
In dieser kritischen Freudschen Tradition ist das Buch Aus der Werkstatt der Psychoanalytiker anzusiedeln. Hubert Speidel ist der Herausgeber von 26 Aufsätzen, in die sich mit ihm zwölf Autorinnen und Autoren teilen. Es handelt sich um die Überarbeitung einer Ringvorlesung, die, wie es im Vorwort heißt, im Sommer 1996 und Winter