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Es stellt heute die Ausnahme dar, wenn sich ein monographisches medizinisches oder psychologisches Fachbuch eines Einzelautors in immer wieder aktualisierten Neuauflagen über ein Vierteljahrhundert auf dem Markt behauptet. Der Wissenszuwachs istnämlich rasant, und dem Einzelautor ist es kaum noch möglich, sich in einem größeren Gebiet auf dem Laufenden zu halten. Längst ist es deshalb zur Regel geworden, nur noch Bücher herauszugeben und für jedes Teilgebiet Spezialisten anzuwerben.
Beidem hier vorgestellten und bereits in früheren Auflagen weit verbreiteten Buch handelt es sich um eine solche Ausnahme. Erstmals erschienen im Jahr 1979, fast zeitgleich mit der deutschen Ausgabe von Otto F. Kernbergs Klassiker Borderline-Störungen und pathologischer Narzißmus, hat sich das handliche und übersichtliche Werk von Frau Rohde-Dachser gut behauptet und wird von vielen zu Recht immer wieder gern gelesen. Kenntnisreich informiert es über ein Krankheitsbild, dem Therapeuten und anderes klinisches Personal in den vergangenen Jahren in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken, in der niedergelassenen Praxis und in Beratungsstellen immer häufiger begegnen und dessen besondere Psychodynamik an Therapeuten große Herausforderungen stellt.
Zum Thema der Borderline-Persönlichkeitsstörung gibt es inzwischen eine kaum mehr überschaubare, zuweilen auch ausufernde Fachliteratur und seit dem Jahr 2000 das gewichtige, von Otto F. Kernberg, Birger Dulz und Ulrich Sachsse herausgegebene Handbuch der Borderline-Störungen mit einem Umfang von 945 Seiten, zu dem 65 Autoren beigetragen haben. Klinisch Tätige haben meist nicht die Zeit, ein solches Werk durchzuarbeiten. Wenn sie es nicht einfach nur anschaffen und in den Bücherschrank stellen - das bedauernswerte Schicksal vieler medizinischer und psychologischer Fachbücher -, werden sie es allenfalls gelegentlich zum Nachschlagen benutzen.
Frau Rohde-Dachsers Monographie kann man dagegen leicht in einem Zug durchlesen. Im Vorwort erfährt man,