You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das psychoanalytische Verständnis der Depression als Teil eines Systems biologisch adaptiver Reaktionen auf den Verlust eines Liebesobjekts steht im Rahmen einer breiteren Weltanschauungsdebatte. Rosenfeld hat die wichtigsten psychoanalytischen Gedanken über die Ursprünge der Depression zusammengestellt. Dazu zählen die Ergebnisse der infantilen Entwicklungsphasen, der Charakter von Oralität, Sadismus und Aggression, ein depressives Überich, die Qualität der verlorenen Objektbeziehung, Narzißmus, der Charakter der Identifizierung, das zentrale Gefühl von Hilf-/Machtlosigkeit sowie konstitutionelle und genetische Faktoren. Taylor skizziert eine dynamische Typologie depressiver Zustände. Im Mittelpunkt stehen Faktoren, die für das Verständnis der Ursachen von chronischer/behandlungsresistenter und refraktärer Depression besonders hilfreich sind, darunter Masochismus und Grandiosität, ich-destruktive Überich-Funktionen und ein Rückzug der Psyche, der einen Kompromiß ermöglicht. All diese Probleme sind mit Symbolisierungs- und Denkstörungen verbunden, die in Zusammenhang stehen mit der Trennung von Selbst und Objekt. Erforderlich ist eine psychodynamische Typologie depressiver Zustände, die die Synthese der psychoanalytischen und entwicklungspathologischen Forschungsergebnisse ermöglicht.