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Ausgehend von Beobachtungen depressiver Patienten im Krankenhaus werden die bestehenden psychoanalytischen Konzepte der Depression einer Prüfung unterzogen. Depression setzt eine individuelle psychische Disposition voraus, manifestiert sich aber nur in einer Objektbeziehung. Sie ist eine Hemmung psychischer Funktionen, wahrscheinlich auf organischer Basis, ausgelöst durch einen psychischen Konflikt. Die Hemmung bewirkt, daß psychische Funktionen nur auf einem regressiven Niveau möglich sind. Die Beobachtungen im Krankenhaus zeigen, daß es für jede Depression ein regressives Funktionsniveau gibt, auf dem die psychischen Prozesse weniger behindert ablaufen können und auf dem das Leiden an der Depression gemildert oder gar aufgehoben ist. Ausgelöst wird die Depression durch einen Beziehungskonflikt, der dem Depressiven die narzißtische Unterstützung entzieht. Wie das zu verstehen ist, wird im Licht der neueren analytischen Entwicklungspsychologie und der Bindungsforschung untersucht. Dadurch gelingt es auch, vieles, was bisher als Gegensatz verschiedener Theorien erschien, als verschiedene Aspekte des depressiven Geschehens zu verstehen.