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An kaum einem anderen Symptom wie dem Suizid brechen und verdichten sich so imposant das reflexive Zusammenspiel von Kultur und Natur, von Gender und Geschlecht sowie von außen und innen. Die Tatsache, daß Frauen doppelt so häufig Suizidversuche wie Männer unternehmen und ein ungleich höheres Risiko tragen, an einer Depression zu erkranken, wurde in den traditionellen Erklärungsmodellen zur Suizidalität und zur Depression, abgesehen von gelegentlich zaghaften Verweisen auf artefakt-und genderspezifische Faktoren, stets der andere, sich aufgrund seiner hormonell-biologischen Ausstattung vom Mann unterscheidende Körper der Frau, als ursächlich für diese evidente geschlechtsspezifische Häufung postuliert. Darüber hinaus wird in psychoanalytischen Begründungszusammenhängen spätestens seit Freuds bahnbrechender Arbeit »Trauer und Melancholie« ein zentrales Verlusterlebnis als ätiologisch bedeutsam für die depressiv-suizidale Entwicklung diskutiert. Anhand der Kasuistik einer suizidalen Patientin soll die Klammer von Weiblichkeit, Leidenschaft und Suizidalität aufgemacht und als Ausblick die Hypothese gestreift werden, ob womöglich ein geschlechtsspezifisch geprägtes Defizit besteht, Symbole zu bilden, um die Abwesenheit des Liebesobjekts in symbolische Anwesenheit zu transformieren.