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Depressive Erkrankungen werden mit zunehmendem Alter nach epidemiologischen Untersuchungen nicht häufiger, sie bekommen jedoch eine besondere Färbung durch oft beklagte körperliche Beschwerden. Wie in früheren Lebensjahren ist der Verlust bzw. die kränkungsbedingte Aufgabe des ambivalent besetzten Liebesobjekts, verbunden mit der Unfähigkeit zu trauern, Auslöser für dessen Introjektion und damit für die Depressionsentstehung. Die körperlichen Beschwerden kommen den Autoren zufolge durch den Introjektionsmechanismus der Einverleibung (Inkorporation) zustande; das Introjekt wird auf diese Weise im eigenen Körper angeklagt. Bei Menschen bis zum 75. oder 80. Lebensjahr (drittes Lebensalter) liegen zahlreiche psychoanalytische Behandlungserfahrungen vor. Depressionen haben in diesem Alter, insbesondere, wenn sie durch aktuelle Lebenskrisen ausgelöst wurden, eine positive Behandlungsprognose. Bei den über 80jährigen (viertes Lebensalter) stehen zunehmend die körperlichen Alterungsprozesse im Vordergrund. Hierzu sind bisher nur psychoanalytisch orientierte klinische Therapieerfahrungen publiziert worden, da oft besondere Settingbedingungen notwendig sind, so daß weiterer Forschungsbedarf besteht.