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De Masis Arbeit über die sadomasochistische Perversion erschien erstmals 1999 in italienischer Sprache, 2003 folgte die englische Übersetzung. Das Buch, so der Autor in der Einleitung, sei aus seiner Unzufriedenheit über den Mangel an einer klaren psychoanalytischen Position zum Thema entstanden. Die zahlreichen Abhandlungen über die Perversionen seien inkonsistent, da sie aus schulenspezifischer und damit eingeengter Perspektive formuliert seien und nur einzelne Aspekte darstellten. Zudem lägen die theoretischen Standpunkte soweit auseinander, daß kaum mehr sinnvoll über das perverse Syndrom diskutiert werden könne. Speziell die sadomasochistische Perversion sei dadurch ein Omnibus-Begriff geworden, der jede Spezifität verloren habe. Eine umfassende Darstellung müsse nicht nur die klinische Tatsache vielfältiger Untergruppen des perversen Syndroms berücksichtigen, sondern überdies die Vielfalt der psychoanalytischen Theorien über die Perversion integrieren und ferner den Besonderheiten der »sadomasochistic monad« sowie der sie charakterisierenden Sexualisierung angemessen Rechnung tragen.
Gleich zu Beginn formuliert De Masi seine zentrale These über die »sadomasochistic monad« oder die »sadomasochistic perversion proper«: »Ich betrachte die Perversionen im allgemeinen und die sadomasochistische Perversion im besonderen nicht als eine pathologische Akzentuierung des infantilen Triebgeschehens, sondern als gestörte Entwicklung nicht nur der Sexualität, sondern der gesamten Persönlichkeitsorganisation und der psychischen Struktur. Die Sexualisierung, die der Sexualität gegenübergestellt werden muß, ist Äquivalent eines spezifischen seelischen Zustands, ein frühzeitig erfolgter Rückzug aus der Realität und der Welt.« Diese These steckt den Rahmen der Untersuchung ab und wird vom Autor auf verschiedenen theoretischen und klinischen Ebenen elaboriert: Erstens unter dem Blickwinkel der Theorie über die normale infantile polymorph-perverse Sexualität, zweitens in Auseinande