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Der Basler Philosoph Andreas Cremonini liefert mit dem vorliegenden Werk eine gründliche und anspruchsvolle Studie an der Nahtstelle von Philosophie und Psychoanalyse. Schon der Titel Die Durchquerung des Cogito. Lacan contra Sartre hat es in sich: Die Durchquerung des Cogito verweist auf Descartes als gemeinsamen Bezugspunkt von Lacan und Sartre, die der Autor in eine imaginäre Auseinandersetzung verwickelt, in deren Zentrum das Phänomen des Blicks steht. Schritt für Schritt steckt Cremonini die Fronten ab, die keineswegs linear verlaufen: Prima vista meint man als Leser ein Zusammengehen beider Auffassungen zu erkennen; erst unter dem sezierenden Blick Cremoninis heben sich die Trenn-linien hervor, diesich schließlich als einschneidend erweisen.
Das Unterschiedliche deutet sich erstmals da an, wo sich Lacan und Sartre auf das Cogito berufen. Der Autor zeigt, wie Sartre daraus seinen unversöhnlichen Dualismus von An-sich und Für-sich ableitet, wie er somit seelische Instanzen des Subjekts daraus macht, die dem Anspruch nach nicht weiter hinterfragbar sind. Lacan lese das Cogito dagegen sprachphilosophisch, so daß sich das Subjekt in seiner Gewißheit von der artikulierten Sprache repräsentiert sehe; erst im sprachlichen Gewand gewinne der Gedanke des Cogito Gestalt. An dieser Stelle folgt Cremonini Lacan auf psychoanalytisches Terrain, für dessen Auslotung er — wie Lacan selber — philosophische Begriffe verwendet. Zwei Gedanken erweisen sich als entscheidend: Der erste erkennt im Subjekt einen Mangel an Sein als Folge seiner Repräsentation in der Sprache. Der zweite situiert die eigentliche Dimension des Unbewußten an den Grenzen der Sprache, am Unsagbaren, das von Phantasmen besetzt wird, die wiederum sprachlich strukturiert sind. An dieser Stelle gewinnt die Rede vom Durchqueren des Cogito Sinn. Cremonini zeigt, daß in psychoanalytischer Auffassung das Cogito, das formale Daß des Existierens, stets eingebettet ist in ein Was, in einen aus Sprache gewobenen