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Der Autor versucht, die für jeden Genozid charakteristische Lähmung des Fühlens, Handelns und Kommunizierens zu beleuchten, die sich im Diskurs der drei am Genozid von Ruanda beteiligten Gruppen spiegelt: Opfer, Täter und Zuschauer - zu letzteren gehören die vor Ort stationierten UN-Truppen (UNAMIR), der UN-Sicherheitsrat, die Regierungen der westlichen Staaten, die Medien und die Öffentlichkeit allgemein. Die Instrumentalisierung sozialer Institutionen wie Umuganda (Verpflichtung zur Gemeindearbeit) oder Igitero (Jagdgemeinschaft) bildeten den Rahmen, in dem sich die Verwandlung dieser Lähmung in massives völkermörderisches Handeln vollzog. Als Analytiker sind wir durch unsere Ausbildung gerüstet, das Irrationale und Perverse aufzuspüren und zu identifizieren, vor allem, wenn wir auf die eigenen Gegenübertragungsreaktionen auf genozidale Ereignisse achten. In Situationen extremer Sprachlosigkeit kann der Psychoanalytiker die Aufgabe übernehmen, historischen Ereignissen zur Sprache zu verhelfen, um ihre destruktiven Fluten einzudämmen.