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Rainer Funk ist der letzte Assistent Erich Fromms und der Herausgeber seiner Schriften. In seinem neuesten Werk unternimmt er einen der ersten psychoanalytisch ausgerichteten Versuche, den Persönlichkeitstypus des postmodernen Menschen zu beschreiben und insbesondere seine Psychodynamik aufzuweisen. Die postmoderne Ich-Orientierung stellt nach Funk »eine neue Charakterorientierung« dar, »die zunehmend das Denken, Fühlen und Handeln von Menschen kennzeichnet, die von postmodernen Lebensverhältnissen und Lebenswelten geprägt sind« (S. 7).
Offensichtlich befindet sich das Buch am Puls unserer Zeit. Es verdient eine lebhafte Rezeption insbesondere von Psychoanalytikern, die sich für die Schnittstelle von Individuum und Gesellschaft interessieren. Wegen seiner überwiegend klaren und einfach gehaltenen Sprache sei es aber auch dem interessierten Laien anempfohlen.
Basis der Beobachtungen und Deutungen des Autors ist eine Untersuchung, die derzeit unter seiner Mitarbeit vom Sozialwissenschaftlichen Institut für Gegenwartsfragen (SIGMA) durchgeführt wird.
Im ersten Teil des Buches gibt Funk eine Übersicht über die wichtigsten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen der postmodernen Ich-Orientierung.
Im zweiten Teil folgt die Beschreibung des postmodernen Menschen. Der Verfasser sieht ihn in erster Linie gekennzeichnet durch seine Lust an einer radikal selbstbestimmten, ich-ori-entierten Erzeugung von Wirklichkeit innerhalb und außerhalb seiner selbst.
Analog der Differenzierung von sadistischem und masochistischem Typ bei der autoritären Charakterorientierung unterscheidet Funk einen »aktiven An-bietertypus« und einen »passiven Nutzertypus«. »Für den Ersteren ist das selbstbestimmte Erzeugen von Erlebnissen und Erlebniswelten attraktiv, während der Zweite vom selbstbestimmten Miterleben von Erlebniswelten angezogen wird« (S. 61). Beiden gehtes, wennauchinunterschiedlicher Erscheinungsweise, um die Befreiung von allen Abhängigkeiten, um Selbstbestimmung und