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Die Dokumentatorin dieser Gespräche ist eine schweizer Ethnologin, die als Psychoanalytikerin in eigener Praxis in Zürich niedergelassen ist. Angesichts dieser Grundausbildung scheint es daher nicht weiter verwunderlich, daß sie die türkische Sprache erlernt, um sich mit türkischen Migrantinnen (es handelt sich ausschließlich um Frauen) zu beschäftigen. Im Laufe der Lektüre eröffnet sich jedoch mehr und mehr eine Begründung dieses Projekts, die es ihrerseits—nebendem Inhalt der Gespräche, auf die ich anschließend eingehen werde — wert ist, erwähnt zu werden.
So schreibt sie (S. 438f.): »Die unhinterfragte Zugehörigkeit zur community war für mich ein Sehnsuchtsobjekt gewesen, daswohl mit der Anlaß gewesen war, warum ich Ethnologie studierte. Auch die ethnospezifischen Subgruppen in westlichen Staaten hatte ich bis dahin fraglos als eine positive Erscheinung angesehen. Heute, nach der Analyse meiner Fallgeschichten, sehe ich, wie viel Macht in dieser unhinter-fragten Verbindlichkeit auch steckt, und der Gedanke, daß es nötig sei, diese zusammengeklumpten Gemeinden aufzubrechen, scheint mir deshalb nicht mehr so pessimistisch.« Sie habe sich ferner »seit den Anfängen meiner Studienjahre untergründig mit dem Hauptthema der Arbeit, Individualismus-Kollektivismus beschäftigt […]« Auch die Autorin ist eine Migrantin: Migrantin aus der Ethnologie, die ihr zum Verstehen der sie faszinierenden, von der Kollektivität und der Akzeptanz der Abhängigkeit getragenen fremden Kulturen nicht mehr ausreichend erschien, in die Psychoanalyse hinein, die in ihrer eigenen, der westlichen, und damit einer Individualität und Autonomie idealisierenden Kultur entstanden ist. Die erschreckenden Seiten eines einseitig gelebten Kollektivismus, mit denen sie in ihren Gesprächen mit Migrantinnen hautnah in Berührung kommt, die sie plastisch schildert und die zu einer Änderung ihrer Haltung diesen durch Kollektivität zusam-mengehaltenen Gruppen gegenüber führen, haben jedoch ihr Pendant in den ebens