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Dieses ca. 500 Seiten starke Werk kann als eine Synopse von Klaus Grawes therapeutischer Konzeption gelesen werden. Zusammen mit dem dialogisch verfaßten Band Psychologische Therapie (Göttingen 2000, im folgenden PT) ergänzt es den bislang mehr psychologischen Ansatz um neuropsychologische Gesichtspunkte. Wie schon die anderen Werke, verbindet auch dieses die kenntnisreiche Darstellung des aktuellen Forschungsstandes mit wertvollen, zukunftsweisenden Ideen des Autors. Im Vorwort wird hervorgehoben, daß sich die »Neuropsychotherapie« im Rahmender von Grawe konzipierten »Allgemeinen Psychotherapie« bewegt. Sieerweitert seinen bisherigen Ansatz um den Gesichtspunkt einer »Neuropsychotherapie« (im folgenden NPT), die vor allem in der Psychoanalyse große Bedeutung gewonnen hat. Seit dem Jahre 1999 erscheint eine eigene Zeitschrift zu diesem Themenbereich mit dem Titel Neuro-Psychoanalysis (siehe neuro-psa.org.uk).
Nimmt man dieses Buch als die aktuellste Version der von Grawe entworfenen »Allgemeinen Psychotherapie«, so stellt sich die Frage nach der »Systema-tik«, nach der Gesamtgestalt dieses Ansatzes. Auf weiten Strecken liest sich die Arbeit wie eine Zusammenfassung und Kombination der wichtigsten Psychotherapiemethoden, von Verhaltenstherapie, Gesprächspsychotherapie und psychodynamischen Beiträgen, und es stellt sich die Frage, wieweit die Synthese dieser Methoden, ihre Integration zu einer Allgemeinen Psychotherapie gelingt. Alternativ wäre zu befürchten, daß unvereinbare Therapiestile miteinander vermischt und zu einer Ansammlung therapeutischer »Techniken« zusammengefaßt würden, deren gegenseitige »Kongruenz« ungeklärt bleibt. Unter dieser Fragestellung gibt der Umstand zu denken, daß, nimmt man beide Bände (NPT und PT) zusammen, sich auf über 1200 Seiten nur ein einziges, reales Behandlungsbeispiel findet. So wird in Psychologische Psychotherapie die Reaktionsunterbindung bei einem hochgradig chronifizierten Zwangspatienten geschildert, eine klassische verha