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Der englische Kleinkindforscher Jay Belsky (2001a) zeigt für die USA auf, was generell auf den größten Teil der westlichen Welt zutrifft, daß »mehr und mehr Kinder mehr und mehr Zeit in immer jüngerem Alter in nichtmütterlicher Betreuung verbringen«.
Hierzu schreibt der tschechische Kinderarzt und Forscher Zdenek Matejcek (1989, S. 834):
»Zugespitzt gesagt: Die Kinderkrippe ist eine Einrichtung zugunsten von Erwachsenen, und Kinder würden sie sich nie selber ausdenken - der Kindergarten ist dagegen eine Einrichtung für Kinder, und sie würden sich ihn nötigenfalls in irgendeiner Form selber schaffen.«
Eliane Gautschi (2000) warnt:
»Werden wider besseres Wissen die Bedeutung einer verläßlichen Mutter-Kind-Beziehung negiert und gescheiterte Modelle der Kinderbetreuung propagiert, so müssen sich die Verantwortlichen die Frage nach dem Warum gefallen lassen. Wirtschaftlicher und politischer Machtwahn darf nicht auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen werden.«
Schließlich soll noch ein Zitat des amerikanischen Soziologen Richard Sennett (1998, S. 201) hinzugefügt werden:
»Das System strahlt Gleichgültigkeit aus […] Es strahlt in der Organisation der Wirtschaft Gleichgültigkeit aus, wo das Fehlen von Vertrauen keine Rolle mehr spielt, wo Menschen behandelt werden, als wären sie problemlos ersetzbar oder überflüssig. Solche Praktiken vermindern für alle sichtbar und brutal das Gefühl persönlicher Bedeutung, das Gefühl, für andere notwendig zu sein.«
Ist Krippenerziehung für die Entwicklung des Kindes negativ, wie oben angedeutet? Besteht ein Zusammenhang zwischen obigen Zitaten? Hängt also die Absicht, immer mehr Kleinkinder außerfamiliär, insbesondere in Krippen betreuen zu lassen, mit bestimmten problematischen Tendenzen in gegenwärtigen Wirtschaftsorganisationen und anderen modernen gesellschaftlichen Strömungen zusammen? Wenn ja, was sind die Folgen und Alternativen? Auf diese Fragen soll nachfolgend eingegangen werden.