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Ausgehend von der Schlußszene des Films möchte ich, erstens, eine übergeordnete, verbindende Sinn-Vermutung formulieren, um dieser dann, zweitens, mit der Eingangssequenz das Augenlicht zu nehmen und sie in den Orkus zu befördern. Meines Erachtens hat der Film keinen einsichtigen Sinn, der eine fest-stellbare Zusammenhangslogik und das Prinzip der Identität, A = A - und sonst nichts, voraussetzt. Meine These ist vielmehr, daß er prozessual etwas erfahrbar macht, was ich als entgrenzende Potentialisierung statt Identität bezeichnen möchte. Psychoanalytisch läßt sich das mit dem Begriff des Primärvorgangs beschreiben. Diese These werde ich, drittens, im Durchgang durch den Binnenfilm entfalten.
Das Filmgeschehen im engeren Sinne, beginnend mit der Fahrradfahrt des harle-kinesk oder holländisch-weiblich gekleideten Mannes und endend mit dem Spaziergang des einander umschlingenden Paars am Meer entlang, wird eingerahmt von zwei visuellen Statements der beiden Filmautoren Buñuel und Dalí. Die Endszene, untertitelt mit »du Printemps«, »im Frühling«, ist quasi die visuelle Unterschrift Dalís, mit der er den Film signiert: eine einzige Einstellung, die einen Mann und eine Frau, getrennt voneinander, jeweils bis zu den Hüften im Sand vor Dünen eingegraben zeigt, beide mit leicht geneigtem Oberkörper und hängenden Köpfen. Es handelt sich also um ein unbewegtes Film-Bild oder ein im Film gezeigtes Bild, und in der Tat gibt es ein Bild Dalís, das dem Film-Bild verwandt ist: Reue oder Die versumpfende Sphinx .
Das Bild wirkt durch die auffordernde Spannung zwischen der markant gesetzten Unterschrift »du Printemps« und dem Bildinhalt so, daß man sich mit einer tastenden Ahnung zurückwenden könnte. Geht es vielleicht um so etwas: Frühling, das ist der Anfang des Lebens-Jahres, die Zeit, in der das Wachstum beginnt, die Blumen sprießen, wie man so sagt? Aber die hier aus der Erde gewachsenen Menschen Blumen sind schon jetzt welk, Spuren abgestorbenen oder absterbenden, nicht aber we