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Es ist ein großes Verdienst der beiden Herausgeber, daß dieses erschütternde, psychoanalytisch tief reflektierende, sowohl kluge wie auch weise Dokument der Menschlichkeit, der Bewältigung von extremer Traumatisierung, der seelisch-geistigen Wiedergeburt und der Wiederannäherung auf deutsch erscheinen konnte. Ich fand es in der Tat eines der bewegendsten Bücher, die ich seit vielen Jahren gelesen habe.
Hillel Klein, 1923 in Krakow geboren, Überlebender von Ghettos und Konzentrations- und Ausrottungslagern, als Psychiater und Psychoanalytiker in Israel, den Vereinigten Staaten und Deutschland wirkend und lehrend, verfaßte dieses umfassende Werk in den 70er und 80er Jahren, konnte es aber nicht mehr vor seinem Tod im Jahr 1985 druckreif machen. Diese Aufgabe wurde von Nedelmann und Biermann in sorgfältiger und liebevoller Weise durchgeführt - ergänzt durch ein berührendes Nachwort von Nedelmann.
Statt eines Versuchs der Zusammenfassung, beginne ich mit einigen direkten Zitaten. Mit folgender hier nur auszugsweise wiedergegebenen Geschichte beginnt das Buch: Ein junger SSMann fragte den 19jährigen Hillel Klein in einem Zwangsarbeitslager, wer im Krieg siegen werde. Die erste Antwort war ein Sprichwort: »Im Krieg gibt es keine Sieger, nur Opfer.« Der Soldat zog wütend seinen Revolver: »Wenn du nicht die Wahrheit sagst, Judenhund, dann bringe ich dich auf der Stelle um!« Todesmutig trat Hillel Klein vor und entgegnete: »Deutschland wird den Krieg verlieren. Ihr könnt nicht alle umbringen.« Der Soldat schwieg, steckte die Pistole weg und schrie: »Weitermachen!« Die Leidensgefährten schlugen und verfluchten den mutigen Jüngling, da er sie alle gefährdet habe. Hillel Klein fügt hinzu: »Dieses Buch ist ein Dialog zwischen dem Jugendlichen, der die völlige Zerstörung seiner humanistischen Weltanschauung, den Weltuntergang seiner geliebten privaten Welt, erlebt hat, und dem reifen Mann, der in einer von Ängsten heimgesuchten Zeit zwischen Resignation und Hoffnung lebt« (S. 15).
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