You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Liegen schwere, unverarbeitete Traumatisierungen zeitlich weit zurück, können die seelischen Folgen dieser Ereignisse in der Regel nicht in einer zeitlich von vornherein befristeten Therapie aufgearbeitet werden. Diese Menschen müssen ihre belastenden Erfahrungen im allgemeinen in einem langdauernden therapeutischen Prozeß bearbeiten, um ihr eigenes Leiden zu mildern und destruktives Agieren in Form von Wiederholungen der eigenen Traumatisierungen zu verhindern.
Die seelische Verarbeitung dieser schweren, bis in die Kindheit zurückreichenden Traumatisierungen ist ein sehr komplexer Prozeß, der nicht nur den Umgang mit überwältigenden Affekten umfaßt, sondern mit Veränderungen in der psychischen Struktur des Patienten einhergeht.
Die Frage, welche psychischen Prozesse geleistet werden müssen, um solche schweren, frühen Traumatisierungen zu integrieren, ist Gegenstand der Untersuchung von Frau Barwinski Fäh. Diese spezielle Fragestellung wurde in der psychoanalytischen Psychotherapieforschung bislang noch nicht systematisch untersucht. Das Ergebnis der Untersuchung bietet damit eine erste systematische Grundlage, um Traumabearb eitung und Integration der traumatischen Erfahrung in die Lebensgeschichte und das Selbstkonzept der betroffenen Persönlichkeiten in zukünftigen Therapien zu optimieren.
In den ersten drei Kapiteln wird ein historischer und theoretischer Überblick über die Traumaforschung gegeben. Als Fazit aus der Literaturübersicht formuliert die Autorin Schlußfolgerungen für ihren eigenen integrativen theoretischen Ansatz. Nach einer kurzen Zusammenfassung der gängigen Behandlungstechniken werden methodische Probleme qualitativer Einzelfallforschung diskutiert. Den Kern der Arbeit bildet die Untersuchung von drei psychoanalytischen Langzeitbehandlungen traumatisierter Patienten, die mikroanalytisch auf traumarelevante Veränderungsschritte untersucht werden.
Dabei wird der Abfolge der relevantesten und wiederholt beobachtbaren Sequenzen besondere Aufmerksamkeit g