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Der Heidelberger Psychoanalytiker und Psychotherapeut ist durch seine Studien zur Hermeneutik als Grundlagenmethode psychotherapeutischer Interventionen bekannt geworden - und dies weit über den deutschen Sprachraum hinaus, wie entsprechende Übersetzungen ins Englische und Spanische belegen. Bereits diese Studien, 1997 erschienen unter dem Titel Die psychotherapeutische Kunst, weisen auf das Interesse hin, das der Autor für
kreative Prozesse hat. Ein weiterer großer Beleg dessen ist das von ihm 2000 herausgegebene Heidelberger Jahrbuch Kreativität, das 17 verschiedene Perspektiven bzw. Wege zu diesem zentralen Begriff aufweist. Die jetzt erschienene Monographie zeigt nun auf, daß Kreativität für jeden Menschen von großer praktischer Bedeutung ist. Es wird schnell deutlich, daß die Kenntnis wesentlicher Elemente von kreativer Arbeits- und Lebensgestaltung eine Voraussetzung bildet, um Kreativität sinnvoll fördern zu können.
Zunächst findet sich eine kurze Kulturgeschichte der Kreativität. Westliche Kulturen betonen traditionell eher den aktiv schaffenden Aspekt von Kreativität im Sinne des lateinischen »creare«, das »schaffen«, »erzeugen« und »gestalten« bedeutet. Im alten Ägypten und in östlichen Kulturen erscheint demgegenüber Kreativität eher als Einfügen in einen natürlichen Wachstumsprozeß, der in der zweiten sprachlichen Wurzel von Kreativität anklingt: »crescere«, das wir mit »werden«, »geschehen« und »wachsen-lassen« übersetzen. Nach der Darstellung altägyptischer, biblischer, griechischer und östlicher Kreativitätsvorstellungen werden klassische und moderne Auffassungen bis hin zu ihren Pervertierungen in der Admiration »genialischer« Zügellosigkeit bei Despoten skizziert.
Auf der Grundlage kulturgeschichtlicher Kreativitätsvorstellungen und aktueller wissenschaftlicher Ergebnisse wird im anschließenden Kapitel die kreative Persönlichkeit beschrieben. Sie läßt sich durch Begabung, Motivation und bestimmte Persönlichkeitsei genschaften charakterisieren. Als z