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Bindung und Beziehung — im Original Relationality — ist das letzte von Stephen A. Mitchells Büchern, das kurz vor seinem frühem Tod veröffentlicht wurde, das erste seiner Bücher, die in deutscher Übersetzung erschienen sind, drei Jahre nach der englischen Originalausgabe. Mitchells zahlreiche und thematisch breit gestreute Arbeiten wurden ebenso wie die anderer Psychoanalytiker aus dem Kreis derre-lationalen Psychoanalyse vom psychoanalytischen Mainstream lange Zeit nicht zur Kenntnis genommen oder marginalisiert; Phänomene, die sich auf »Interaktion« und »Interpersonalität« bezogen, galten noch bis vor kurzem entweder als unanalytisch oder kamen allenfalls als Widerstandsphänomene vor. Inzwischen wurden zwei weitere Bücher von Mitchell ins Deutsche übersetzt, Psychoanalyse als Dialog. Einfluss und Autonomie in der analytischen Beziehung und »CanLoveLast«, das bedauerlicherweise unter einem Titel erschienen ist, der befürchten läßt, daß das Buch (Kann denn Liebe ewig sein?) zwischen fragwürdiger Ratgeberliteratur verschwindet.
In Ermangelung eines passenden deutschen Begriffs für »relationality« nimmt der Titel »Bindung und Beziehung« den Untertitel der englischen Ausgabe — From Attachment to Inter-subjectivity — auf, wie Martin Altmeyer erläutert, der das Buch unter Mitarbeit seines Sohnes Michael ebenso klar wie einfühlsam übersetzt und mit einer Reihe von hilfreichen Erläuterungen versehen hat. Ein ausführliches, informatives Vorwort von Michael Buchholz ist der deutschen Übersetzung vorangestellt. »Bindung und Beziehung« trifft indessen nur bedingt, wor-umes Mitchellgeht, weder — wieder Titel vermuten lassen könnte — um einen weiteren Beitrag zur Diskussion um Beziehung und Deutung als therapeutische Wirkfaktoren, noch um eine Auseinandersetzung mit der Bindungstheorie. Beides spielt auch eine Rolle — ein Kapitel des Buches ist Bowlby gewidmet, ein weiteres der Objektbeziehungstheorie von Fairbairn —, aber beide werden im Kontext von »relationality« diskutiert, w