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Wenn der Freiburger Arbeitskreis Literatur & Psychoanalyse den hundertfünfzigsten Geburtstag der Gründungsfigur unter dem Motto «Freuds Aktualität» begeht und dies ausdrücklich «nicht im Sinne einer Freud-Eloge», sondern in «kritisch-aufgeschlossener» Prüfung tun will, darf man gespannt sein, inwieweit sich die - wie immer sehr zahlreichen - Teilnehmer zu Beginn dieses Freud-Jahres wirklich dem Sog des Jubilarischen - und auch des Idolatrischen - werden entziehen können und ob der Verführung zur doch eher historischen Betrachtung erfolgreich standgehalten werden wird.
Tilmann Habermas schien eingangs mit provokant zugespitzten Thesen ein hohes Tempo und einen großen Abgrenzungsimpuls vorlegen zu wollen: Freud sei für heutige Therapeuten - eventuell? - nicht mehr wichtig, seine Metapsychologie auch nicht, ganz zu schweigen von der Trieblehre und dem Ödipuskomplex. Und die interaktionsanalytische Gegenübertragungsanalyse im Hier und Jetzt benötige den Verdrängungsbegriff nicht mehr, geht es doch bei den diagnostisch immer wichtiger werdenden Persönlichkeitsstörungen eher um Abspaltungen oder die Arbeit mit nie jemals bewußt gewordenen präverbalen Früherfahrungen. Das stieß erwartungsgemäß auf Widerstand und schien auch so ernst nicht gemeint gewesen zu sein, so daß sich später die unfragliche Bedeutsamkeit der persönlich-biografischen Entwicklungsgeschichte unterstreichen ließ. Damit war dann erst mal die Luft raus aus den abgrenzungslogischen Fragen um Freuds relative (Nicht-)Aktualität. Auch war in der zunächst nur etwas unbedachten Feststellung Habermas', das psychoanalytische Setting, liegend hoch-frequent und frei assoziierend, sei doch eigentlich konstant geblieben und bezeuge sozusagen die überzeitliche Relevanz der Psychoanalyse, natürlich auch eine erhellende Fehlleistung enthalten: Dennes sind gerade Fragen der Modifizierung des Settings, diein den psycho- und gruppenanalytischen Ausbildungsinstituten immer wieder zu reflexhaft wiederkehrenden Auseinandersetz