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Sigmund Freuds 150. Geburtstag zu Beginn dieses Jahres war ein Medienereignis. Weltweit erfuhr er mit seinem Werk Würdigung und Anerkennung. Wie kaum ein anderer Autor hat Freud das Bild vom Menschen tiefgreifend verändert und damit nicht nur Psychologie und Medizin, sondern auch Kultur und Gesellschaft nachhaltig beeinflußt und die Vorstellungswelt des 20. Jahrhunderts geprägt. Von Anfang an waren Freud und die Psychoanalyse auch mit feindseliger Kritik konfrontiert, die gegen Ende des letzten Jahrhunderts noch einmal mächtigen Auftrieb erhielt, als das sogenannte Freud-Bashing sich ausbreitete, seine Lehre und die Psychoanalyse als Theorie und Behandlungsmethode als falsch, irreführend, ja betrügerisch verfemt wurden. Die Gegner waren überzeugt, daß ihre Kritik so treffend sei, daß die als Pseudowissenschaft angegriffene Psychoanalyse sich davon nie mehr würde erholen können. Auch medial wurde propagiert: »Freud ist tot.« Dieses Zerrbild beginnt sich nun seit einiger Zeit wieder aufzulösen, und die Stellungnahmen zu Freuds Geburtstag geben dieser Entwicklung neuen Aufschwung. Wissenschaftlich wird dieser Trend von Ergebnissen der Therapieforschung unterstützt, in der die nachhaltige Wirksamkeit der psychoanalytischen Behandlung beeindruckend belegt wird. In der Auseinandersetzung mit anderen Therapiemethoden und den empirisch-wissenschaftlichen Standards gilt es nach wie vor, um Offenheit der Forschung für die komplexe analytische Methodik ebenso zu ringen wie um die analytischen Auffassungen von seelischer Gesundheit. Auf dem Gebiet der Neurowissenschaften erwuchs der Psychoanalyse ein bis dahin nicht zu vermutender Bündnispartner. Deren Forschungen haben in der Zwischenzeit viele psychoanalytische Theorieelemente in ein neues Licht getaucht und auch bestätigt. Ein neuer wissenschaftlicher Zweig, die Neuro-Psychoanalyse, ist entstanden und befindet sich auf dem Weg, Freuds Projekt einer Verbindung von Hirnforschung und Psychoanalyse als Wissenschaft des Seelische