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Der Autor gibt einen Überblick über die Entwicklung der Psychoanalyse als Disziplin - als Theorie der Seele genauso wie als Behandlungsmethode für seelische Störungen - und prognostiziert die sich abzeichnende Entwicklung in der nahen Zukunft. Sein Schwerpunkt liegt auf der Kohärenz der Psychoanalyse als Theoriegebäude, angefangen mit Freuds Bemühungen, die von ihm begründete Psychoanalyse als einheitliche und vereinheitlichte Theorie zu bewahren. Von dort aus skizziert Wallerstein, wie diese Bemühungen - noch zu Freuds Lebzeiten - durch die Entwicklung zu einer theoretischen Vielfalt oder einem Pluralismus scheiterten, der heute für die Psychoanalyse weltweit charakteristisch ist. Danach geht er auf die - noch nicht überall erkannten - Anzeichen wachsender Konvergenz zwischen sehr disparaten und scheinbar entgegengesetzten theoretischen Perspektiven ein, einer Konvergenz zumindest auf der Ebene behandlungstechnischer Anwendung und der erfahrungsnahen klinischen Theorie, die auch Implikationen für die Ebene der erfahrungsfernen (metapsychologischen) Theorie haben. Hält diese Entwicklung an, wovon der Autor ausgeht, könnte sie die Psychoanalyse als Wissenschaft von der Seele, die sich durch empirische Forschung auf der Grundlage wissenschaftlicher methodischer Grundsätze weiterentwickelt, glaubwürdiger machen.