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Der Beitrag gibt einen Überblick über die quantitative Seite der systematischen Aufzeichnungen Freuds zu seiner Praxis. Ausgewertet werden das Kassa-Protokoll für Ordination und Visiten zwischen 1896 und 1899, der Patientenkalender für die analytischen Behandlungen zwischen 1910 und 1920 sowie Freuds Honorarliste (geführt von Oktober 1906 bis Oktober 1921), die die täglichen Einnahmen festhält. Für die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts werden z. B. sozialer Status, Wohnbezirk und Honorarleistungen nichtanalytischer Patienten erfaßt. Für den Zeitraum 1910 bis 1920 lassen sich Dauer und Frequenz der analytischen Behandlungen genau ermitteln. Diese Zahlen werden u. a. mit Behandlungsdauer und - frequenz der heute im deutschsprachigen Raum üblichen psychoanalytischen Praxis verglichen. Außerdem läßt sich genau verfolgen, wie Freuds Praxis und seine Einnahmen unter dem Einfluß des Ersten Weltkriegs und seiner Folgen gelitten haben. Schließlich werden Freuds systematische Aufzeichnungen zu seiner Praxis im Kontext eines lebenslangen Bemühens gesehen, Ereignisse und Zahlen gewissenhaft festzuhalten - Ausdruck eines Kontrollbedürfnisses, das für den Erfolg der psychoanalytischen Bewegung sicherlich von entscheidender Bedeutung war.