You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Wenn ein Wunsch Freuds hinsichtlich der Zukunft der Psychoanalyse in Erfüllung gegangen ist, dann der, sie möge nicht als medizinische Spezialdisziplin (ver)enden. Freilich hat die Psychoanalyse auch in der Psychologie keinen Stammplatz gefunden. Ihre (fruchtbare) akademische Rezeption hat vielmehr vor allem in den Sozial-, Kulturund Literaturwissenschaften sowie in der Philosophie stattgefunden. Das von Hans-Martin Lohmann und Joachim Pfeiffer herausgegebene Freud-Handbuch trägt dieser Tatsache Rechnung, indem es die kulturtheoretischen Aspekte der Psychoanalyse in den Mittelpunkt stellt, gleichzeitig aber den Anspruch aufrechterhält, das Freudsche Werk umfassend zu präsentieren - nicht als Darstellung »der Psychoanalyse«, sondern als ein - soviel sei vorweggenommen: überaus nützliches - Hilfsmittel zur Erkundung der Freudschen Schriften.
Das Buch gliedert sich in vier große Abschnitte mit insgesamt 70 Einzelkapiteln, die von über vierzig Autorinnen und Autoren verfaßt wurden. Der einführende erste Abschnitt »Freud und seine Epoche« behandelt den politischen und philosophischen, vor allem aber den gesellschaftlich-kulturellen Hintergrund der ersten Freudschen Entdeckungen, die »Wiener Moderne«. Er schließt mit einem Kapitel über die »intellektuelle Biographie«, in dem Hans-Martin Lohmann einen gedrängten, aber instruktiven Überblick über die Lebens- und Werkgeschichte Freuds gibt.
Der zweite und umfangreichste Abschnitt dient der Präsentation der »Werke und Werkgruppen« Freuds und ist in ähnlicher Weise thematisch gegliedert, wie man es von der Studienausgabe kennt. Die größeren Werke werden jeweils in einem eigenen Artikel vorgestellt; kleinere Werkgruppen, Behandlungstechnik und Neurosenlehre, die zugunsten der Schwerpunktsetzung zurücktreten, werden summarisch behandelt. Dabei ist gerade die Vollständigkeit bemerkenswert, die voranalytischen und Kokain-Schriften fehlen ebensowenig wie die autobiographischen Schriften und die Briefe, deren Bedeutung für das Freudsc