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Der Psychiater und Psychoanalytiker Dettmering ist für die Leser dieser Zeitschrift kein Unbekannter. Seinem ersten Buch, der Aufsatzsammlung Dichtung und Psychoanalyse , das den Anfang der deutschen analytischen Literaturpsychologie markierte, sind zahlreiche andere mit Studien über einzelne Werke der Literatur und des Films gefolgt. Manche sind auch in der Psyche veröffentlicht oder besprochen worden. Im Jahre 1994 publizierte Dettmering einen Band über Adoptionsphantasien in Märchen, Mythen und in der Dichtung, welchem im 3. Teil die autobiographische Beschreibung eines realen Falls von Adoption hinzugefügt war. Es war ein heikler Fall: der kurz nach der Geburt adoptierte Junge wurde das Opfer jenes heute wohl nur noch selten gefaßten elterlichen Vorsatzes, »dem Betroffenen so lange wie möglich nichts, vielleicht nie etwas [über seine wahre Herkunft] zu sagen«. Dieser Bericht eines Lebens im Zeichen der Adoption und der Adaption, wobei sich vor allem die produktive Beschäftigung mit Literatur und Film sowie eine Psychoanalyse als hilfreiche Stützen erwiesen, zeigte eindrucksvoll — obwohl zurückhaltend dargestellt —, welche große Kluft die von Freud beschriebene, entlastende und kompensierende Adoptionsphantasie des kindlichen >Familienromans< von einer realen Adoptionserfahrung trennt. Dettmering exemplifizierte in der Distanz einer Literaturanalyse, vor allem an Interpretationen von Dickens' Great Expectations und von James' The Turn of the Screw, daß es auch eine negative Variante des Freudschen >Familienromans< gibt. Es ist die Vorstellung, »seiner