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Übersicht: Die Erkrankung an einer schizophrenen Psychose trifft im Jugendalter eine vulnerable Phase der Persönlichkeitsentwicklung und stellt eine erhebliche psychische Traumatisierung dar. Fragmentierungsprozesse im Rahmen psychotischer Erkrankungen sind mit Ferenczi als Abwehr- und Bewältigungsversuche gegen derartige traumatische innere Objektverluste zu betrachten. Die Gratwanderung einer psychoanalytisch ausgerichteten Behandlung schwerer juveniler Psychosen besteht darin, Integrationsprozesse zu fördern und gleichzeitig genügend Raum zu lassen für notwendige Fragmentierung. Stationäre psychoanalytisch orientierte Behandlungen eröffnen ein komplexes Feld differenzierter Konstellationen von Objektbeziehungen, von Fragmentierung und Integration, von Nähe und Distanz. Die Arbeit stellt dar, inwiefern eine psychoanalytisch orientierte Behandlung auch bei Zuständen, in denen das extreme Ausagieren weder innerhalb der Stunden noch außerhalb zu begrenzen ist, Perspektiven eröffnet. Die Arbeit an der Übertragungs-Gegenübertragungsdynamik kann die Abspaltung psychotischer Erlebnisweisen reduzieren und ihre traumatischen Auswirkungen dadurch verringern. Sie ergänzt so medikamentöse und sozialpsychiatrische Interventionen an einem entscheidenden Punkt und könnte ein wesentlicher Bestandteil der heute angestrebten Frühinterventionsstrategien bei schweren psychotischen Erkrankungen werden. Drei Fallvignetten aus der Arbeit mit adoleszenten psychotischen Patienten in stationärer Behandlung illustrieren die Überlegungen.