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Das Buch beginnt mit einem Raunen: »Der Wahn macht sich dem Ungeheuer der Herrschaft gleich, das er leibhaftig nicht überwinden kann«. Gleich im ersten Satz ihrer Einleitung berufen sich die Herausgeber auf die Dialektik der Aufklärung und zitieren aus dem Juliette-Exkurs, um die instrumentelle Vernunft ihrer Nähe zum destruktiven Wahn zu überführen. Adorno und Horkheimer ziehen in dieser Passage, in der es um die Perversion der Liebe bei de Sade und Nietzsche geht, eine gewagte Analogie: »die Einbildung von Grausamkeit wie die von Größe verfährt in Spiel und Phantasie so hart mit den Menschen wie dann der deutsche Faschismus in der Realität« (Horkheimer/Adorno, Dialektik der Aufklärung, Querido Verlag, Amsterdam 1955, S. 136). Erst im vollständigen Zitat erschließt sich die eigentliche Bedeutung dieser verführerischen Analogiebildung: »Während jedoch der bewußtlose Koloß des Wirklichen, der subjektlose Kapitalismus, die Vernichtung blind durchführt, läßt sich der Wahn des rebellischen Subjekts von ihr seine Erfüllung verdanken und strahlt so mit der schneidenden Kälte gegen die als Dinge mißbrauchten Menschen zugleich die verkehrte Liebe aus, die in der Welt von Dingen den Platz der unmittelbaren hält. Krankheit wird zum Symptom des Genesens. Der Wahn […] macht sich dem Ungeheuer der Herrschaft gleich, das er leibhaftig nicht überwinden kann« (ebd., S. 136f.). Es ist die Analyse der faschistischen Herrschaft als totaler, bis in die Triebstrukturen und Wahnbildungen der Subjekte reichender Herrschaft des Kapitals, an die Bender und Auchter Anschluß suchen.
Das von Adorno und Horkheimer geborgte Raunen ist programmatisch: Die bekanntlich unter dem Eindruck des faschistischen Zivilisationsbruchs im amerikanischen Exil geschriebene, 1944 veröffentlichte und zum Kultbuch der 68er-Generation gewordene Dialektik der Aufklärung soll ins 21. Jahrhundert verlängert werden. Heute verkörpert sich »der Wahn des rebellischen Subjekts« im islamistischen Selbstmordattentäter und »d