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Schon kurz bevor sich der Geburtstag von Sigmund Freud zum 150. Mal jährte, konnte man von einer »Freud-Renaissance« sprechen: lange nicht mehr hatten sich die Medien, unter ihnen Der Spiegel, Die Zeit, die Frankfurter Allgemeine, der Stern und andere in so ausführlichen und lobenden Beiträgen dem Gründer der Psychoanalyse gewidmet. So wurde etwa der »Denker« Freud einschließlich seiner Biographie in zahlreichen Beiträgen ausführlich dargestellt. Den ersten Platz in der Hierarchie der Aufsätze und Artikel nahm aber die teilweise Bestätigung der Arbeiten Freuds von seiten der Neurowissenschaften ein: keine Zeitung ohne einen ausführlichen Beitrag zur Gedächtnisforschung oder zur Traumdeutung.
So erfreulich dies für Psychoanalytiker ist und so wünschenswert auch, daß das lange Jahre anhaltende Freud-Bashing (vorläufig?) der Geschichte anzugehören scheint: ein wichtiger Bereich, für praktizierende Psychoanalytiker vielleicht der wichtigste, wurde ausgespart: der der Patienten und der für diese seit über 100 Jahren erfolgreich arbeitenden praktischen Psychoanalyse. Psychoanalyse als Therapie kam in den Massenmedien nicht vor.
Was immer die Gründe für diese fast als systematisch zu nennende Aussparung sein mögen: mit Tömmels Buch verhält es sich anders. Sie hat ihr Buch für Patienten geschrieben, also versucht, der praktischen Psychoanalyse eine Stimme zu geben.
»Immer wieder werde ich von Patienten gefragt, […] ob es eine moderne Psychoanalyse gibt, die Psychoanalyse also eine Zukunft haben wird? […] Ist die Fähigkeit der Psychoanalyse zu heilen nur eine Behauptung oder kann sie wirklich helfen?« (S. 9).
Das gesamte Buch widmet sich unter verschiedenen Aspekten dem Versuch, die wichtigsten Fragen von Patienten zu beantworten. Der Titel des Buches ruft Assoziationen zu dem bekannten Kinderspiel: »Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? — Niemand — Wenn er aber kommt? — Dann laufen wir« hervor. Denn seit den Anfängen der Psychoanalyse ist bekannt, daß viele Patienten mit neurotisc