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Im Juli diesen Jahres wird der 45. Kongreß der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV) in Berlin stattfinden. Zum zweiten Mal nach dem Ende der Naziherrschaft kommt damit die internationale psychoanalytische Gemeinschaft mit ihren alle zwei Jahre stattfindenden Kongressen nach Deutschland. Lange Zeit war es vielen Psychoanalytikern ebenso wie den Emigranten unmöglich gewesen, nach Deutschland zurückzukehren. Die Erinnerung an den Holocaust, an das persönliche Schicksal und an die ermordeten Familienangehörigen erlaubte ihnen einen solchen Schritt nicht. So stieß 1977 die Einladung der DPV an die IPV, nach Berlin zu kommen, auf dem IPV Kongreß in Jerusalem auf so massiven Protest und Widerstand, daß die Einladung zurückgezogen wurde. Es mußten noch einige Jahre vergehen, bis 1985 der erste IPV Kongreß nach dem Ende der Naziherrschaft in Deutschland stattfinden konnte, in der weltoffenen Hansestadt Hamburg. Berlin als das einstige Zentrum des Naziregimes war als Tagungsort noch nicht denkbar. Der Hamburger Kongreß machte die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinem Erbe zu einem seiner Schwerpunkte. Die Brisanz dieses Themas aufzugreifen und nicht abzuwehren, war eines der Hauptprobleme. Für viele jüdische Kollegen, die sich entschlossen hatten zu kommen, war es ein Wagnis, sich wieder dieser Geschichte und ihren Erinnerungen daran auszusetzen und auf deutsche Psychoanalytiker zu treffen. So wurde auch das ursprünglich vorgesehene Thema »Trauer, Vergebung, Versöhnung« als der Situation nicht angemessen wieder fallen gelassen. »Identifizierung und ihre Schicksale« bildete dann das Oberthema auch für die Thematik des Nationalsozialismus. Untersucht werden sollten seine Auswirkungen auf die Kinder der Opfer und der Täter mit Hilfe klinischen Materials. Das Echo auf den Kongreß war, wie zu erwarten, gespalten. Für viele war es ein Anfang des Durcharbeitens, andere waren skeptischer. Doch war damit nach über einem halben Jahrhundert die psycho