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Einige meiner Flüchtlings-Kollegen, die stärker in die organisatorischen und professionellen Aspekte der Entwicklung der Psychoanalyse in Deutschland eingebunden sind als ich, können vielleicht eine fokussierte Außenansicht liefern, die den Erwartungen an dieses PSYCHE-Heft eher entspricht als das, was ich dazu beitragen kann. Natürlich habe ich seit langem mit bestimmten Aspekten dieser Entwicklung in Deutschland und in Österreich zu tun, aber wenn ich insoweit über eine dürre Darstellung hinausgehe, werden die Dinge sehr persönlich.
Ein Flüchtling ist kein Emigrant. Zudem gibt es verschiedene Arten von Flüchtlingen. Manche fliehen vor Naturkatastrophen oder aus Kriegsgebieten, manche aber auch aus Institutionen oder vor Individuen, die das Recht, die Macht und den bewußten Wunsch haben, dich deshalb umzubringen, weil du als minderwertig und Untermensch giltst. Heftige Abwehrreaktionen und Kaskaden emotionaler Prozesse sind die Folge solcher lebensrettender Fluchten. Es ist nicht gerade selbstverständlich, daß man nach solcher Erfahrung jemals zurückreist. Warum in aller Welt bin ich zu Besuchs- oder Arbeitszwecken zurückgekommen? Ich habe anderen und mir selbst viele gute und plausible Antworten auf diese Frage gegeben. Aber diese augenscheinlich doch soliden und auf jeden Fall professionellen und »politisch korrekten« Antworten sind auf einer sehr persönlichen Ebene oberflächliche Antworten. Werner Bohleber spricht von einem »Blick von außen«. Beim Versuch, über die Entwicklung der Psychoanalyse in Deutschland zu schreiben, wie er dies vorschlägt, stelle ich allerdings fest, daß ich diesen Fokus, diesen »Blick von außen«, einfach nicht durchgängig beibehalten kann. Das emotionale Gewicht meines Eingebundenseins in diese Tätigkeit verändert den erwünschten Fokus. Und da meine Einbindung im übrigen ja schon so viel früher begann, kann ich die Zeit nach 1985 eigentlich nicht »enger« ins Visier nehmen. Immerhin habe ich aber erst vor einiger Zeit, lange nach 1985, veh