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Es ist auf zwei Veröffentlichungen hinzuweisen, die zwar noch im Freud-Jubiläumsjahr 2006 erschienen sind, die zugleich aber auch bereits auf den Kongreß der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung vorbereiten, der im Juli 2007 in Berlin stattfinden wird: Beide Bücher beschäftigen sich mit Berlin, mit der Bedeutung nämlich, die die Stadt Berlin im Leben Sigmund Freuds und für die Geschichte der Psychoanalyse gehabt hat.
In Wien hat man längst erkannt, daß es mit Freud und der Psychoanalyse — trotz aller fortbestehenden Ablehnung — um einen Welterfolg geht, an dem man teilhaben möchte, auch wenn die Berechtigung dazu zumindest zweifelhaft ist. Freuds Haltung der Stadt Wien gegenüber war bekanntlich eher ablehnend. So hat er etwa geschrieben: »Die Stadt Wien hat aber auch alles getan, um ihren Anteil an der Entstehung der Psychoanalyse zu verleugnen. An keinem Orte ist die feindselige Indifferenz der gelehrten und gebildeten Kreise dem Analytiker so deutlich verspürbar wie gerade in Wien« (1914d, GW X, S. 81). Das mag sich unter anderem aus dem Umstand erklären, daß Wien eine Verlegenheitslösung war, als Freuds Vater Jakob aus Příbor (Freiberg) in Mähren — Freuds Geburtstadt — einst aufgebrochen war, um für die Familie eine neue Bleibe zu suchen. Nachdem sein Versuch, sich in Leipzig anzusiedeln, gescheitert war, weil damals die Ansiedlung von aus dem Ausland stammenden Juden in Sachsen — Jakob Freud war Österreicher — besonders streng und restriktiv geregelt war, blieb Wien als Ausweg. Es war die Stadt, in der die Eltern von Freuds Mutter lebten, die Stadt, in der die Familie dann in überaus beengenden Verhältnissen leben mußte. Freud selbst hat seine Zuständigkeit nach Mähren erst im Alter von 52, im Jahr 1908, aufgegeben (Laible, E., u. J. Hlousek : Sigmund Freud's first emigration . In: A. de Mijolla (Hg.): Psychoanalysts in exile — Elements of a history. Proceedings of the 9th meeting of the International Association for the history of Psychoanalysis. Paris